Argumente: Deutsch auch ins Grundgesetz

Prominente Befürworter von "Deutsch ins Grundgesetz"

Mit meiner Forderung, die deutsche Sprache bedürfe des Schutzes der Verfassung, stehe ich nicht allein.

Inzwischen hat der Bundesparteitag der CDU beschlossen, die deutsche Sprache auch im höchsten deutschen Gesetz, dem Grundgesetz, zu verankern.

Dieser Vorschlag wird von Vielen begrüßt:




Peter Struck

Peter Struck

SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag


Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck stimmte einem Verfassungsrang für Deutsch grundsätzlich zu. "Wir würden natürlich eine solche Maßnahme mittragen. Es spricht ja gar nichts dagegen festzustellen, dass unsere Sprache Deutsch ist", sagte er in Berlin. Er schränkte jedoch ein, für eine Erweiterung der Verfassung gebe es viele andere, wichtigere Bereiche und verwies auf Kinderrechte und "Sport als wichtiges Lebensgut".


Quelle: Stern.de




Wolfgang Thierse

Wolfgang Thierse

Bundestagsvizepräsident, SPD


Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) unterstützte hingegen die Forderung der CDU. "Ich bin dafür", sagte der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse".

"Wir sollten der deutschen Sprache Verfassungsrang geben. Dieser Vorschlag fordert eigentlich etwas Selbstverständliches - der massive Widerstand dagegen ist irritierend und zeigt, dass wir darüber diskutieren müssen." Der SPD-Politiker wies auch die Kritik aus den eigenen Reihen zurück, hinter dem CDU-Vorstoß stecke Deutschtümelei und Integrationsfeindlichkeit. "Das ist nicht ausländer- oder integrationsfeindlich. Ich halte diese Vorwürfe für unangemessen", sagte der Parlamentsvizepräsident.


Quelle: Berliner Morgenpost




Kurt Beck

Kurt Beck

Ministerpräsident Rheinland-Pfalz, SPD


Berliner Zeitung im Gespräch mit Norbert Lammert:

Und was halten Sie von der Ablehnung der Kanzlerin und ihrer Bemerkung, man solle nicht alles und jedes im Grundgesetz regeln?

Das hat mich deshalb ein wenig überrascht, weil sie wie der damalige SPD-Vorsitzende Kurt Beck ihre Zustimmung zur Aufnahme dieses Passus ins Grundgesetz im Zusammenhang der Vorschläge zur Föderalismusreform I bereits vorgetragen hatte.


Quelle: Berliner Zeitung




Zentralrat der Juden in Deutschland


Der Vorstoß der CDU zur Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz findet die Zustimmung des Zentralrates der Juden in Deutschland. "Die deutsche Sprache gehört auch zur nationalen Identität", sagte Generalsekretär Stephan Kramer am Mittwoch der Nachrichten-Website Handelsblatt.com. Er halte es für legitim und möglicherweise für hilfreich, wenn die deutsche Sprache Verfassungsrang erhalte. "Das dient nicht der Ausgrenzung, sondern im Gegenteil der Identifikation mit unserem Land."

Im Übrigen täten sich die Deutschen keinen Gefallen, "wenn wir alle Symbole unserer Nation immer mit dem Hinweis auf das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte zerreden", sagte Kramer. Nur wer selbstbewusst eine gefestigte Identität habe, könne anderen mit Respekt und Anerkennung begegnen.

Es gebe nicht nur eine europäische, sondern auch eine deutsche Identität, betonte Kramer. "Ein bisschen mehr gesunder Patriotismus, aber natürlich kein chauvinistischer Nationalismus, würde uns Deutschen gelegentlich gut tun. Wir sind eine gesunde Demokratie, sollten stolz darauf sein und dürfen dies auch zeigen."


Quelle: Net-Tribune.de




Marcel Reich-Ranicki

Literaturkritiker


Lob kam auch von Reich-Ranicki: "Es ist gut, dass es so eine Initiative gibt, und es gut, wenn man sich um die Sprache bemüht", sagte der Literaturkritiker.


Quelle: Aller-Zeitung.de




Wolf Schneider

"Sprachpapst", 83 Jahre, Autor von "Speak German!"


Schneider: Der Vorstoß ist vernünftig, weil wir dann endlich etwas tun würden, was die meisten Staaten der Welt sowieso haben. Es ist doch grotesk, dass in Österreich und Liechtenstein Deutsch als Landessprache in der Verfassung verankert ist, in Deutschland aber nicht.


Quelle: HNA.de